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Übungen für mehr Sozialkompetenz

Wie stärke ich die soziale Kompetenz?

Gerade in der Arbeit mit Jugendlichen ist es schwierig, z. B. im ganz normalen Schulalltag, die soziale Kompetenz zu stärken. Neben dem Erreichen der Ziele für die einzelnen Fächer in der jeweiligen Jahrgangsstufe bleibt oft nicht mehr viel Zeit für die Stärkung jedes Einzelnen sowie der Klassengemeinschaft. Wenn dann auch nur wenig Stunden für den Klassenlehrer zur Verfügung stehen, wird es noch schwieriger, Zeitfenster dafür zu öffnen. Dabei ist es auch mit wenig Aufwand möglich, Schüler in ihrer sozialen und damit auch in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken.

Ideen für die Stärkung der Sozialkompetenz

Bei Spielen und Übungen habe ich in meinem Berufsalltag erlebt, dass diese auch einfach zu Lehrpersonen “passen” müssen. Wenn ich nicht wirklich selbst überzeugt war von Anregungen, und diese nicht authentisch anleiten konnte, hat die Umsetzung in der Regel auch nicht geklappt. Da bringen leider auch die tollsten Vorschläge nichts. Wenn ihr kein gutes Gefühl dabei habt, sucht euch lieber noch eine weitere Übung.

Spielerische Übungen für Jugendliche

Im Folgenden stelle ich euch einmal einige Ideen vor, die ich super finde. Guckt einfach, was euch anspricht und was für eure Gruppe auch passend ist. Probiert es einmal für eure Gruppe oder Klasse aus.

Begegnung auf der Brücke

Die Personen begegnen sich jeweils zu zweit auf einer Brücke (Gymnastikbank, abgeklebte oder gezeichnete “Brücke” auf dem Boden). Sie müssen nun versuchen, aneinander vorbeizukommen, ohne “ins Wasser zu treten” oder “ins Wasser zu fallen”. Dabei sollen sie sich auch nicht gegenseitig von der Brücke drängen oder sich verletzen. Wer übertritt, ist im Wasser gelandet und beide Kinder scheiden aus.

Reflektiert danach einmal, welche Möglichkeiten es gibt, freundlich und körperlich unversehrt, über die Brücke zu kommen.

Außenseiter

Ein oder zwei Personen werden markiert (z. B. mit einem umgehängten Schal, einem Aufkleber, …) und damit als “Außenseiter” gekennzeichnet. Alle Personen bewegen sich frei im Raum. Sie begrüßen sich gegenseitig, geben sich die Hand, klopfen einander auf die Schulter, reden miteinander – nur die Außenseiter werden gemieden. Keiner beachtet sie. Kontaktversuche werden ignoriert.

Nach einer Weile werden die Rollen getauscht, bis alle einmal “Außenseiter” waren. Den Anfang als “Außenseiter” sollten Personen machen, die gut in die Gruppe / Klasse integriert sind.

Im Anschluss erfolgt eine Auswertung, bei der die folgenden Fragen beantwortet werden sollen:

– Wie war es, “Außenseiter” zu sein und trotz aller Bemühungen von allen ignoriert worden zu sein?

– Wie war es, die “Außenseiter” zu ignorieren und ihre Kontaktversuche abzublocken?

– Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit dem Thema “Außenseiter” gesammelt?

– Was könnt ihr aus der Übung lernen?

– Wie wollt ihr zukünftig miteinander umgehen, damit sich niemand als “Außenseiter” fühlen muss?

Wir sind alle unterschiedlich!

Zu Beginn dieser Übung werden von der Gruppe Gemeinsamkeiten gesammelt, die alle miteinander verbinden. Die Gruppenleiterin/Lehrperson notiert die Ideen (Wir gehen alle zur gleichen Schule. Wir sind alle in einem Jahrgang. Wir wohnen alle in …)

Danach werden gemeinsam Unterschiede gesucht, die ebenfalls notiert werden (Wir haben unterschiedliche Hobbys. Wir tragen unterschiedliche Kleidung. Wir können unterschiedlich schnell laufen.).

Danach wird in einer Reflexion überlegt, warum es gut ist, dass wir nicht nur gleich sind, sondern in vielen Punkten auch unterschiedlich.

Was mich wütend macht!

Die Jugendlichen erzählen, welche Ereignisse sie wütend machen.

Beispiele: Mich macht es wütend, wenn

– meine Mutter mich beim Spielen am Handy stört.

– ich mich nicht mit meinen Freunden treffen darf.

– man mich blöd anguckt.

– ich ausgeschlossen werde.

Bei dieser Sammlung werden sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede ergeben. Die Jugendlichen bemerken dabei, dass Wut aus ganz unterschiedlichen Anlässen entsteht. Einige Anlässe, die sie selbst als schlimm wahrnehmen, stören andere überhaupt nicht. Im Gespräch können die Jugendlichen Möglichkeiten sammeln, wie mit Wut umgegangen werden kann. Diese Möglichkeiten können dann im Folgenden ausprobiert werden.

Dazu sollen sich die Jugendlichen an eine Situation erinnern, bei der sie das letzte Mal richtig wütend waren. Wie haben sie sich dabei gefühlt? Wie sah dabei ihr Gesicht aus? Wo spüren sie die Wut in ihrem Körper?

Die Jugendlichen sollen dann einmal Methoden anderer ausprobieren, mit ihrer Wut umzugehen.

Reflexionsfragen:

– Welche Lösungen haben besonders gut gewirkt?

– Welche Lösungen haben nicht geholfen?

– Woran könnte das liegen?

Heißer Stuhl

Die Gruppe sitzt zusammen im Kreis. In der Mitte vom Kreis steht ein Stuhl. Auf diesem darf jeder einmal sitzen. Jeweils drei Jugendliche werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und geben der Person auf dem “heißen Stuhl” ein positives Feedback mit dem Satzanfang “Ich mag an dir, dass du …”. Das Feedback kann sich auf das positive Verhalten, besondere Fähigkeiten, gutes Aussehen und Ähnliches beziehen. Die Person auf dem “heißen Stuhl” antwortet immer mit “Ich danke dir.”.

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