Interview mit Kathi Stark


Heute geht es endlich weiter mit meiner Serie von Interviews mit Sportlerinnen und Sportlern aus unterschiedlichen Sportarten. Dabei geht es um die eigene Persönlichkeitsentwicklung durch ihren Sport, um ihre Erfahrungen als Jugendliche, die weitere sportliche Laufbahn und um Tipps und Ideen für die Arbeit mit Jugendlichen.

Kathi Stark

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Kathi Stark beim Frankfurt Marathon 2019

Die 28-jährige Katharina Stark zählt aktuell zu den 30 schnellsten Läuferinnen in Deutschland. Letztes Jahr nahm sie an den Deutschen Meisterschaften, bei denen der neue deutsche Fabelrekord von Konstanze Klosterhalfen aufgestellt wurde, in Berlin teil. Mittlerweile liegt ihre Bestzeit über die 5 Kilometer-Strecke bei 16:53 min, über die 10 Kilometer-Strecke bei 35:57 min und ihren zweiten Marathon finishte sie im letzten Jahr in Frankfurt in beeindruckenden 2:52 h.

Kathi Stark ist damit natürlich in meinem Landkreis Vechta die schnellste Läuferin. Durch Läufe bei derselben Veranstaltung wurde mir dann deutlich bewusst, wie schnell Kathi wirklich unterwegs ist. 🙂 Im Juli machte sie zudem gemeinsam mit Antonius Schröer und Matthias Fortmann durch eine einmalige Aktion auf ein soziales Projekt auf sich aufmerksam: Der Coronathon für die Aktion “Sportler gegen Hunger” der Oldenburgischen Volkszeitung hat die Menschen reihenweise in Bewegung gesetzt und erzielte die unglaubliche Spendensumme von 23.698,21 €.

Coronathon-Hammer: 23.698 Euro für SgH - OM online
Unglaubliche Spendensumme durch die Coronathon-Aktion

Interview Persönlichkeitsentwicklung & Sport

Liebe Kathi, ich freue mich sehr, dass du bereit bist, für den Glückslockenkopf-Blog einmal die folgenden Fragen zu beantworten.

Magst du dich einmal kurz vorstellen, wer du bist und was dich aktuell in deinem Leben besonders beschäftigt?

Mein Name ist Kathi Stark (Katharina Stark). Ich bin 28 Jahre alt und leidenschaftliche Läuferin. Beruflich arbeite ich bei Volkswagen in Wolfsburg und bin froh mittlerweile den nebenberuflich studierten Master in Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen zu haben, um wieder etwas mehr Freizeit zu genießen.

In welchem Alter und wie bist du zum Laufen gekommen?

Gefühlt bin ich mit dem Laufen groß geworden. Los ging es im Alter von drei Jahren Sonntag morgens beim Kinderturnen, später dann bei der Kinderleichtathletik und ab acht Jahren bei der Leichtathletik, wobei dies zu Beginn auch sehr spielerisch ausgelegt war. 

Was waren deine tollsten Erlebnisse beim Laufen als Jugendliche?

Zu meinen tollsten Erlebnissen gehören ein gemeinsames Trainingslager mit Freunden und Wettkämpfen sowie der Besuch der Leichtathletik WM 2009 in Berlin mit unserer damaligen Trainingsgruppe.

Wenn ich so drüber nachdenke, hat man sich jeden Tag auf abends 18 Uhr gefreut, denn dann war Training. Insofern war das Training oft Highlight des Tages – auch wenn es mal Einheiten gab/gibt, die nicht so Spaß machen – spätestens danach weiß man, wofür man es getan hat.

Was hast du für deine eigene Persönlichkeitsentwicklung aus dieser Zeit mitgenommen?

Vor allem als Einzelsportler habe ich gelernt, letztlich für mich selbst verantwortlich zu sein. Spätestens die Wettkämpfe geben recht klares Feedback – das Laufen ist eine ziemlich ehrliche Sportart. (Trainings-)Fleiß, Disziplin und Durchhaltevermögen zahlen sich auf Dauer aus. Aber auch Zuverlässigkeit und Vertrauen spielen eine wichtige Rolle, vor allem wenn man mit einem festen Trainer zusammenarbeitet und/ oder in einer Gruppe trainiert.

Kathi Stark an der 2. Position

Wie ging es bei dir mit dem Thema Sport als Erwachsene weiter?

Bis zum 18. Lebensjahr war ich Teil einer tollen Trainingsgruppe mit Trainern und Betreuern, danach habe ich die Gruppe studienbedingt verlassen. Der Kontakt ist aber nie abgerissen. 

Zwischenzeitlich habe ich neben dem Laufen auch einige Jahre Triathlon gemacht, von Ligastarts bis zur Mitteldistanz. Die Distanzen im Laufen haben sich verschoben Richtung 5.000m und 10.000m. Auch zwei Marathons bin ich inzwischen gelaufen. In Wolfsburg habe ich seit längerem eine super Trainingsgruppe – aus der sich viele Freundschaften entwickelt haben. 

Mittlerweile würde ich behaupten, recht viel Erfahrungen gesammelt zu haben, die ich auch gerne teile – sowohl beispielsweise in den Runnersworld Laufcamps, aber gerne auch im privaten Umfeld. 

Und schön zu sehen ist auch, dass immer junge Athleten nachkommen und die Begeisterung fürs Laufen in allen Altersklassen hoch ist 🙂

Volle Konzentration beim Laufen!

Was sind deine nächsten Ziele beim Laufen und worauf freust du dich aktuell besonders?

Corona-bedingt kam die Saison erst Mitte August so langsam ins Rollen und das auch ohne lange Vorankündigung. Nachdem die ersten Wettkämpfe jetzt stattgefunden haben, findet Ende September noch ein 5.000m Rennen in Papenburg statt. Außerdem hoffe ich auf ein paar Läufe im Herbst – und wenn es Crossläufe sind, dann würde ich sogar die mitlaufen 😉

In diesem Jahr habe ich das zielorientierte Training etwas schleifen lassen und viele Dinge gemacht, die man sonst in einer Saison vermutlich eher nicht getan hätte. Jetzt nehme ich die gezielte Vorbereitung aber wieder langsam auf – auch mit dem Ziel nächstes Jahr in Berlin meine Marathon-Bestzeit anzugreifen. Dafür bedarf es aber auch recht viel Vorbereitung auf den Unterdistanzen. 

Wie sieht ein typische Trainingswoche bei dir aus?

Gute Frage, da ich mein eigener Trainer bin, habe ich alle Freiheiten :). 

Aber gerade ohne Trainer ist eine eigene Planung und gefestigte Struktur von wesentlicher Bedeutung, um Ziele zu erreichen.

Montags bis freitags gehe ich in der Regel von 8 Uhr bis 17:30 Uhr meinem Beruf nach. Die Trainingseinheiten werden in diesen Rahmen integriert. Um alle Trainingsinhalte in der Woche auch unterzubringen, ist es wichtig einen groben Wochenplan im Kopf zu haben. In der Woche mache ich die Trainingseinheit meist von 18-20 Uhr. Manchmal kommt als zweite Einheit ein kurzer Auftaktlauf am Morgen hinzu. Ergänzend außerdem zweimal pro Woche Stabi-/ Athletiktraining, regelmäßiges Dehnen und Einheiten mit der Blackroll. 

Am Wochenende fahre ich gerne auch mal eine längere Einheit auf dem Rennrad. Da starte ich dann grundsätzlich lieber vormittags, um das Training abgehakt und dann den Rest des Tages „frei“ zu haben. 

Kathi Stark beim Rennrad fahren in den Alpen

Welchen Tipp möchtest du Jugendlichen gerne mitgeben?

Egal, für welchen Sport oder welchen Beruf ihr euch entscheidet, macht das, was euch richtig Spaß macht. Dann kommt der Erfolg von ganz alleine. Eure Ziele solltet ihr im Kopf haben, aber gleichzeitig immer die gewisse Lockerheit behalten!

Was würdest du dir für den Sportunterricht an Schulen wünschen?

  • … dass er nicht so oft ausfällt wäre das Erste.
  • Bewusstsein der Wichtigkeit von Bewegung
  • vernünftige Rahmenbedingungen, um den Kindern Spaß an der Bewegung zu vermitteln und zu motivieren 
  • eine bessere Vernetzung mit den ortsansässigen Sportvereinen (Es gibt leider viele unentdeckte Talente.)

Danke an den Glückslockenkopf für das Interesse, bei weiteren Fragen immer gerne 🙂

Das solltet ihr euch natürlich auch anschauen:

Bei den Deutschen Meisterschaften über 5 000 m qualifizierte sich Kathi Stark für den Endlauf. In dem spektakulären Lauf unterbot die Ausnahmeläuferin Konstanze Klosterhalfen den deutschen Rekord von Irina Mikitenko aus dem Jahr 1999 in beeindruckender Art und Weise auf 14:26,76 min.

DM 2019 in Berlin

Das erste Interview der Serie mit Kristina Bröring-Sprehe findet ihr hier.

Ein Workbook zum Thema “Ziele erreichen im Sport” könnt ihr hier herunterladen.

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