Vorstellung: Komm, ich erzähl dir eine Geschichte – Jorge Bucay

Worum geht es?

In dem Buch „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay geht es um den Psychoanalytiker Jorge, der mit Hilfe von Geschichten seinen Klienten das Leben erklärt. Er hilft Demian, einem neugierigen, teilweise verzweifelten, jungen Mann, Antworten auf seine Fragen des Lebens zu finden. Dafür wählt Jorge aufweckende, inspirierende und zum Nachdenken anregende Geschichten (u. a. Märchen, Sagen oder Weisheiten) aus. Wenn ihm keine passende Geschichte einfällt, erfindet er selbst eine. Jorge unterstützt Demian dadurch, dass er selbst Lösungen für die Probleme seines Lebens findet.

„Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ ist witzig und lehrreich geschrieben und lässt sich leicht von der Hand lesen.

Vorstellung einer Geschichte: Der Bumerangziegel

Ein Mann ging mit einem Ziegelstein durch die Welt. Er beschloss, jedem der ihn verärgerte, einen Schlag mit dem Ziegelstein zu verpassen. Eines Tages lief ihm ein arroganter Bekannter über den Weg, der ihm etwas überheblich daherkam. Seinem Beschluss folgend, nahm er den Ziegelstein und warf ihn. Ob er getroffen hatte, ist nicht bekannt. Aber da es ihn nervte, den Ziegelstein nach jedem Wurf wiederholen zu müssen, band er den Ziegelstein an eine Schnur von einem Meter Länge. Das hatte den Vorteil, dass sich der Ziegelstein nie mehr weit von ihm entfernte.

Bald stellte sich jedoch heraus, dass es bei der neuen Methode einiges zu bedenken gab: 1. Die feindliche Person durfte sich nicht weiter als einen Meter von ihm entfernt befinden. 2. Nachdem er den Ziegelstein geworfen hatte, braucht er lange, um die Schnur zu entwirren, zu entknoten und wieder aufzuwickeln.

Daher entwickelte der Mann ein neues System: Statt mit einer Schnur wurde der Ziegelstein mit einer Sprungfeder ausgestattet. So konnte er den Ziegelstein beliebig oft abwerfen und er fand jedes Mal den Weg zurück. Dachte er zumindest.

Auch mit seiner neuen Idee fand sich gleich der nächste Gegner. Wieder warf der Mann direkt den Ziegelstein. Er hatte sich jedoch verschätzt. Der Stein verfehlte das Ziel, die Feder wurde ausgelöst, der Ziegelstein flog zurück und traf den Mann direkt am Kopf. Beim nächsten Versuch berechnete er die Entfernung falsch. Wieder flog der Ziegelstein direkt gegen seinen eigenen Kopf. Das Gleiche geschah beim nächsten Wurf, da er den Stein zu früh losgeworfen hatte. Beim vierten Versuch wollte er sich direkt vor dem Gegenangriff seines Opfers schützen, aber wieder traf der Stein seinen Kopf.

Der Mann – der nun eine große Beule am Kopf hatte – fand nie heraus, warum er es nicht geschafft hatte, jemanden mit seinem Ziegelstein an den Kopf zu treffen … Alle ausgeteilten Schläge trafen stets ihn selbst.

Wie kann ich dieses Buch nutzen?

Das Buch beinhaltet kleine, inspirierende Geschichten. Es liefert eine bunte Auswahl, sodass sich ggf. auch Parallelen zu den Erfahrungen der Schüler/der Teilnehmer finden lassen. Die Geschichten sind in wenigen Minuten vorgelesen und laden sehr zum Nachdenken ein. Vielleicht finden sich ja am Anfang oder Ende einer Stunde 10 Minuten für eine Geschichte.

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